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Literarische Stilepoche: William Shakespeare
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Michel
Ehrenmoderator


Anmeldungsdatum: 19.12.2004
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 29. Dez 2004 02:42    Titel: Literarische Stilepoche: William Shakespeare Antworten mit Zitat

Auch mit Hilfe von google.de musste ich kapitulieren: Welcher literarischen Stilepoche gehören die Werke William Shakespeares an?

Kunstgeschichtlich ist er wohl zwischen Renaissance und Barock einzuordnen, weshalb die Vermutung nahe liegt, dass er ein Barock-Schriftsteller ist. Doch kann überhaupt schon von einem literarischen Barock als Stilepoche der Literatur sprechen? Wenn ja welche Merkmale waren für diese Zeit wichtig? Die selben wie für die Kunstrichtung Barock? Klingt nicht plausibel passt auch nicht zu den Stücken!
Also Hilfe wäre sehr erwünscht! Danke schon einmal!

_________________
"An open mind is like a fortress with its gates open and unguarded."
Ulli
Administrator


Anmeldungsdatum: 03.07.2004
Beiträge: 1389

BeitragVerfasst am: 29. Dez 2004 17:46    Titel: Shakespeare Antworten mit Zitat

Hi Michel,
kann dir nur in soweit weiterhelfen, als dass du unter

http://www.william-shakespeare.de/

mal nach Infos stöberst, oder dich übers dortige Forum kundig machst. Augenzwinkern


LG Ulli Wink

_________________
LG Ulli

Tomorrow is often the busiest day of the week.

Spanish proverb
Michel
Ehrenmoderator


Anmeldungsdatum: 19.12.2004
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 29. Dez 2004 18:32    Titel: Antworten mit Zitat

Da hab ich schon geguckt, da steht nichts unglücklich
Ich brauch jemanden der das wirklich weiß Augenzwinkern

_________________
"An open mind is like a fortress with its gates open and unguarded."
Ulli
Administrator


Anmeldungsdatum: 03.07.2004
Beiträge: 1389

BeitragVerfasst am: 29. Dez 2004 20:51    Titel: Shakespeare Antworten mit Zitat

.....drücke dir die Daumen, dass sich der- oder diejenige bald finden wird Augenzwinkern


LG Ulli

_________________
LG Ulli

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Spanish proverb
kikira
Gast





BeitragVerfasst am: 04. Feb 2005 20:36    Titel: Re: Literarische Stilepoche: William Shakespeare Antworten mit Zitat

Michel hat Folgendes geschrieben:
Auch mit Hilfe von google.de musste ich kapitulieren: Welcher literarischen Stilepoche gehören die Werke William Shakespeares an?

Kunstgeschichtlich ist er wohl zwischen Renaissance und Barock einzuordnen, weshalb die Vermutung nahe liegt, dass er ein Barock-Schriftsteller ist. Doch kann überhaupt schon von einem literarischen Barock als Stilepoche der Literatur sprechen? Wenn ja welche Merkmale waren für diese Zeit wichtig? Die selben wie für die Kunstrichtung Barock? Klingt nicht plausibel passt auch nicht zu den Stücken!
Also Hilfe wäre sehr erwünscht! Danke schon einmal!


Hi Michel,

Shakespeare ist alles andere als ein Barockdichter.
Das Barock in der Literatur ist völlig unbedeutend und zwar deswegen, weil aus dieser Epoche keine großen Dichter hervorgegangen sind.
Das Barock hat es vorgezogen, schwülstig zu schreiben.
"Herzerl-Gedichte" und richtige Kitschliteratur - so könnte man die Literatur im Barock bezeichnen. Auch religiöse Dichtung war sehr beliebt (Jesuitendrama).
So überladen und verschnörkelt die barocke Architektur ist, genauso überladen und verschnörkelt - gekünstelt ist die barocke Literatur. Die einzigen, vielleicht erwähnenswerten Dichter waren Andreas Gryphius und von Grimmelshausen (weiß grad nicht, wie der mit Vornamen heißt).
Die Aufführungen der Theaterstücke waren überwiegend mit Ballett und Operngesang ausgefüllt (die Oper wurde im Barock bedeutend), sodass man mit dem Barock hauptsächlich die Musik verbindet (Händel, Bach usw...).
Die Literaturepochen beziehen sich lediglich auf die deutschsprachige Literatur. Alles, was anderssprachig und bedeutend ist, bezeichnet man als Weltliteratur.
Bei Shakespeare verhält es sich jedoch eher so, dass man, wenn man ihn schon einteilt, eher zur Klassik, bzw. zum Sturm und Drang zählen müsste.
Seine kraftvolle Dichtung, die Thematik seiner Dramen erinnern stark an Goethe und Schiller. "Romeo und Julia" könnte z.b. als reines Sturm und Drangdrama durchgehen, Hamlet als klassisches Drama.
Shakespeare war hinsichtlich seiner Dichtung ein Visionär.
Kein Zeitgenosse - mit Ausnahme von Christopher Marlowe (und über ihn behaupten viele, er wäre ein Plagiator Shakespeares) vielleicht - hat so kraftvolle, ursprüngliche, zeitlose Dramen wie Shakespeare geschrieben. Erst 200 Jahre später reichen ein Goethe und ein Schiller an dieses Genie heran.

lg kiki
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 22.01.2005
Beiträge: 1080
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 04. Feb 2005 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Bei Shakespeare verhält es sich jedoch eher so, dass man, wenn man ihn schon einteilt, eher zur Klassik, bzw. zum Sturm und Drang zählen müsste.


Da muss ich dir widersprechen: Wenn es einen Barocken Schriftsteller gibt, dann diesen. Nehmen wir Hamlet (weil ichs gelesen hab):
Grundthematik: Tod (typisch Barock/in der Klassik ist die Grundthematik der Mensch)
Dabei findet man den Begriff der fliessenden Zeit (Hamlet akzeptiert den Tod seines Vaters nicht) -ebenfalls typisch Barock.
Der Begriff der Illusion, der Illusion des Seins, des Lebens oder des Erscheinens (klar Ausgedrückt durch das Theater im Theater, den Geist, sowie den berühmten Satz: To be or not to be) sind Thematiken, die man in der Klassik nicht mehr findet.
Das schwülstige barocke Schreiben war nur eine Fassade, ein Spiegel, der den Menschen vorgehalten wird (anderes barockes Buch: Calderon, Das Leben ist ein Traum, da der Begriff Traum im Zusammenhang mit Leben ebenfalls ein beliebtes barockes Thema ist). Und zum Schluss kann man noch erwähnen, dass in Hamlet sehr oft der Begriff der Nichtigkeit (alles materielle) auftaucht. Im Barock wollten die Schriftsteller daran erinnern, dass nicht das materielle zählt, sonders das spirituelle.

Klassik: ähnlich wie Renaissance: -viel Symmetrie, Mensch im Mittelpunkt, Rückkehr zu den antiken Quellen

Gruss
MI
kikira
Gast





BeitragVerfasst am: 05. Feb 2005 01:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo MI!

Woher hast du das? Deine Sicht des barocken Lebensgefühls und dessen, was der barocke Dichter wollte, ist leider falsch. Zumindest, was die Literaturgeschichte anbelangt.
Die deutsche Literaturwissenschaft bezeichnet Shakespeare gerne als den 3. Klassiker ( nach Goethe und Schiller).
An der Uni gibt es eigene Seminare, um Shakespeare und Goethe zu vergleichen. Als Beispielliteratur von Shakespeare wird Hamlet hinzugezogen:

2332
Shakespeare und Goethe
Klooß/Reinhardt

Interdisziplinäres Hauptseminar, 2 Std., Di 16-18, B 21
A
"Er ist gar zu reich und zu gewaltig. Eine produktive Natur darf alle Jahr nur ein Stück von ihm lesen, wenn sie nicht an ihm zu Grunde gehen will", so Goethe zu Eckermann (25.12.1825) über Shakespeare. Das Seminar wird in der Annahme konzipiert, daß die Beschäftigung mit Shakespeare und der Rezeption Shakespeares durch Goethe keine Gefahren an Leib und Geist mit sich bringt, sondern die Möglichkeit zur Einsicht in das Schaffen von zwei großen Autoren der Weltliteratur und zugleich ein Beispiel von Intertextualität auf höchstem literarischen Niveau bietet. Von Shakespeares Œuvre wird vor allem der "Hamlet" – im Vordergrund stehen. Die Shakespeare-Rezeption Goethes soll am Beispiel seiner "Genieperiode" ("Götz von Berlichingen") und vor allem der "Hamlet"-Aufführung und ihrer Vorbereitung im "Wilhelm Meister" erörtert werden.

B
Zur Vorbereitung und ersten Orientierung empfohlen: William Shakespeare: Hamlet; Johann Wolfgang Goethe: Götz von Berlichingen; Wilhelm Meisters Lehrjahre (Bücher I-IV) – dazu auch die fragmentarische Vorform: Wilhelm Meisters Theatralische Sendung; Zum Schäkespears Tag (1771); Shakespeare und kein Ende" (1813/16). – Shakespeare-Handbuch, hg. von Ina Schabert, Stuttgart 1978; Karl S. Guthke: Themen der deutschen Shakespeare-Deutung von der Aufklärung bis zur Romantik, in: K.S.G.: Wege zur Literatur, München 1967, S. 109-132; Kurt Ermann: Goethes Shakespeare-Bild, Tübingen 1983.

C
Für Studierende im Hauptstudium.

D
Für Studierende der Anglistik: Entsprechend den relevanten Prüfungsordnungen. Für Studierende der Germanistik: Hauptseminarschein aufgrund einer Hausarbeit. Teilnahmebescheinigung aufgrund regelmäßiger und aktiver Mitarbeit.

E
Höchstzahl: 30 Teilnehmer. Eintragung in eine Anmeldeliste ist erforderlich.

Lies auch mal zum Barock folgende Links:

http://www.ni.schule.de/~pohl/literatur/epochen/barock.htm

http://www.lo-net.de/class/juergen.karl-PF12/literatur/index2.htm

lg kiki
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 22.01.2005
Beiträge: 1080
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 05. Feb 2005 14:07    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Woher hast du das? Deine Sicht des barocken Lebensgefühls und dessen, was der barocke Dichter wollte, ist leider falsch. Zumindest, was die Literaturgeschichte anbelangt.


Dann muss das so in der DEUTSCHEN Literaturgeschichte sein.
Ich bin gerade in Frankreich, und da wird Shakespeare im Zuge des BAROCKS behandelt. Vielleicht findet man darin auch klassische Züge, aber er ist dennoch Barock.
Die Definition des Barock habe ich ebenfalls aus dem Unterricht entnommen.
Die Frage ist jetzt, was richtig ist...

Wenn du willst kann ich auch mal eine "Lecture analytique" über einen barocken Dichter Frankreichs abtippen. Wäre allerdings auf Französisch.

Gruss
MI

EDIT: Nach und nach kommen jezt meine Seiten (alle auf Französisch):
http://membres.lycos.fr/lpsc/webisa/couracor.htm
http://www.ditl.info/arttest/art1045.php

EDIT: Die Engländer scheinen noch eine andere Sicht zu haben, die aber eher in die Richtung Frankreichs geht. Hier wird Shakespeare aber als Renaissancekünstler angesehen.
http://en.wikipedia.org/wiki/Baroque
Und eine Definition, die mehr in die Richtung der Deutschen geht:
http://www.google.fr/search?hl=fr&lr=&oi=defmore&q=define:Baroque+(Port.+barocco,+%22an+irregular+pearl+or+stone%22)

EDIT: Jedenfalls finde ich ÜBERALL Widersprüche in sich selbst.
Das ganze scheint sich nicht definieren zu lassen. Einerseits sagen die Deutschen, dass man im Barock sehr viel Antikes findet. Andererseits findet man antikes in der Renaissance und der Barock ist im französischen sowie englischen als kompletter Gegensatz zur Renaissance definiert. Jetzt blick ich bald gar nicht mehr durch... grübelnd


Zuletzt bearbeitet von MI am 05. Feb 2005 14:36, insgesamt einmal bearbeitet
kikira
Gast





BeitragVerfasst am: 05. Feb 2005 14:32    Titel: Antworten mit Zitat

MI hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Woher hast du das? Deine Sicht des barocken Lebensgefühls und dessen, was der barocke Dichter wollte, ist leider falsch. Zumindest, was die Literaturgeschichte anbelangt.


Dann muss das so in der DEUTSCHEN Literaturgeschichte sein.
Ich bin gerade in Frankreich, und da wird Shakespeare im Zuge des BAROCKS behandelt. Vielleicht findet man darin auch klassische Züge, aber er ist dennoch Barock.
Die Definition des Barock habe ich ebenfalls aus dem Unterricht entnommen.
Die Frage ist jetzt, was richtig ist...

Wenn du willst kann ich auch mal eine "Lecture analytique" über einen barocken Dichter Frankreichs abtippen. Wäre allerdings auf Französisch.

Gruss
MI

EDIT: Nach und nach kommen jezt meine Seiten (alle auf Französisch):
http://membres.lycos.fr/lpsc/webisa/couracor.htm
http://www.ditl.info/arttest/art1045.php


Das macht nix..ich kann französisch. Kann nur etwas dauern mit der Antwort, weil ich nicht weiß, wann ich dazu komm, das anzuschauen, aber ich bin schon gespannt, was da steht.

à bientôt, j'éspère...

kiki
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 22.01.2005
Beiträge: 1080
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 05. Feb 2005 14:39    Titel: Antworten mit Zitat

Okay. Beim zweiten Link musst du suchen. Aber Hamlet ist da auch erwähnt, und die Definition gegeben.

Vielleicht werde ich heute abend mal in meinem ganzen Kram suchen und da noch ne Definition rausziehen, aber das ist so furchtbar viel. Augenzwinkern

Gruss
MI
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